CMD und Hüftschmerzen – Warum Ihr Kiefer schuld an Ihren Hüftproblemen sein könnte
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Meine Hüfte tut weh, also gehe ich zum Orthopäden.
Logisch, oder? Nicht immer! Manchmal führt der Weg zur Schmerzfreiheit über einen ganz anderen Umweg – den Zahnarzt.
Wenn die Hüfte rätselhaft schmerzt
Kennen Sie das Gefühl? Sie wachen morgens auf und Ihre Hüfte sticht wie verrückt. Sie denken: "Habe ich beim Sport übertrieben?" Habe ich mich vielleicht verlegen?" Also ab zum Arzt. Das Ergebnis? "Alles unauffällig." Trotzdem schmerzt es weiter.
Sarah, 42, Lehrerin aus München, erzählt: "Drei Jahre dauerte meine Odysee. Orthopäden, Rheumatologen, sogar ein Heilpraktiker. Alle sagten das Gleiche: 'Ihre Hüfte sieht perfekt aus.' Ich dachte schon, ich bilde mir die Schmerzen ein. Bis mein Zahnarzt fragte: 'Knirschen Sie nachts mit den Zähnen?'"
Wie Sarah geht es sehr vielen Menschen. Sie leiden unter rätselhaften Hüftschmerzen – und ahnen nicht, dass der Übeltäter womöglich ganz oben im Gesicht sitzt: der Kiefer.
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Klicken Sie jetztRätselhafte Hüftschmerzen? Sehr oft sitzt der Grund im Kiefer. Hier im Artikel erfahren Sie die Zusammenhänge
Was ist CMD eigentlich?
CMD ist eine weit verbreitete, aber oft missverstandene Funktionsstörung. Viele Betroffene bringen ihre Beschwerden zunächst gar nicht mit dem Kiefer in Verbindung. Typisch sind Kieferknacken, Kopf- oder Nackenschmerzen, Verspannungen in den Schultern oder sogar Ohrgeräusche und Tinnitus. Manche leiden zusätzlich unter Schwindelgefühlen – wie wir im Beitrag CMD und Schwindel genauer erläutern – oder unter starken Verspannungen, die bis in den oberen Rücken reichen, wie im Artikel CMD und Nackenschmerzen beschrieben.
Doch die Auswirkungen von CMD enden nicht im Kopf- und Nackenbereich. Durch die enge Verbindung von Muskeln, Faszien und Nervensystem kann eine craniomandibuläre Dysfunktion den gesamten Körper aus dem Gleichgewicht bringen – bis hinunter zum Becken und in die Hüfte. Dadurch entsteht oft ein dauerhafter Kreislauf aus Schmerzen, Fehlhaltungen, Stress und Erschöpfung.
Die Symptome könnten unterschiedlicher nicht sein. Lesen Sie hier alles über CMD-Symptome in einem umfangreichen Artikel:
In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, wie eng Kiefer und Hüfte tatsächlich zusammenhängen, warum klassische Untersuchungen häufig keine Ursache finden – und welche Ansätze wirklich helfen können, Ihre Beschwerden ganzheitlich zu verstehen und langfristig zu lindern.
CMD ist mehr als „nur“ ein Kieferproblem: Die CMD-Symptome kann Kieferknacken, Kopf- und Nackenschmerzen, Tinnitus oder Schwindel auslösen – und über Faszien und Fehlhaltungen sogar bis in Hüfte und Becken wirken.
Die Wissenschaft dahinter: Erstaunliche Entdeckungen
Moment mal – wie soll denn bitte der Kiefer mit der Hüfte zusammenhängen? Eine berechtigte Frage! Vor einigen Jahren dachten Mediziner genauso. Doch dann begannen Forscher, genauer hinzuschauen.
Eine Studie (1) aus 2023 brachte es an den Tag: Menschen mit CMD stehen anders. Ihr Becken ist verschoben, ihre Haltung verändert sich – und das überlastet die Hüfte.
Eine weitere Untersuchung (2) aus 2022 war noch verblüffender: Patienten bekamen eine simple Aufbisschiene. Das Ergebnis? Nicht nur ihr Kiefer entspannte sich – auch ihr Gang wurde geschmeidiger und die Hüftschmerzen ließen nach.
Und hier die vielleicht faszinierendste Entdeckung: In einer Studie von 2009 (3) testeten Forscher die Hüftbeweglichkeit, während Probanden ihre Zähne zusammen bissen. Sobald der Kiefer angespannt war, bewegte sich die Hüfte schlechter. Entspannte sich der Kiefer wieder, wurde auch die Hüfte mobiler.
Eine Studie aus 2024 (4) zeigte sogar: Schon eine kurze Kieferbehandlung hatte einen messbaren Effekt auf den Beckenboden. Das beweist die enge Verbindung zwischen diesen Körperregionen.
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Klicken Sie jetztStudien zeigen: Eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) verändert Haltung und Beckenstellung. Schon kleine Eingriffe am Kiefer – etwa eine Aufbissschiene oder manuelle Therapie – können spürbare Effekte auf Hüfte und sogar den Beckenboden haben.
Warum der Körper wie eine Strickleiter funktioniert
Stellen Sie sich Ihren Körper wie eine Strickleiter vor. Wenn sich die oberen Sprossen verschieben, hat das Auswirkungen auf alle Sprossen darunter. Genau so ist es mit CMD und Hüftschmerzen.
Die Kettenreaktion läuft so ab:
Schritt 1: Durch CMD verspannen die Muskeln am Kopf und im Hals
Schritt 2: Der Nacken muss gegensteuern und verkrampft, es kommt zu Schmerzen und der Körper verkrampft sich in Schonhaltung
Schritt 3: Die Wirbelsäule gerät aus dem Lot
Schritt 4: Das Becken kippt, um zu kompensieren
Schritt 5: Die Hüfte muss die Mehrarbeit leisten – und schmerzt, auch der Schleimbeutel an der Hüfte kann sich durch die Fehlhaltung entzünden,- es schmerzt noch mehr…
Erinnern Sie sich an das Gefühl, wenn Ihr Nacken nach einer Massage ganz locker ist?
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Faszien – die Verbindungsstraßen des Körpers
Ein oft unterschätzter Schlüssel im Verständnis von CMD und Hüftschmerzen sind die Faszien. Diese hauchdünnen Bindegewebshüllen durchziehen den gesamten Körper wie ein dreidimensionales Netzwerk. Sie umschließen Muskeln, Organe und Knochen – und sorgen dafür, dass alles miteinander verbunden ist. Wenn an einer Stelle Spannung entsteht, kann sich diese über die Faszien erstaunlich weit übertragen.
Besonders spannend ist die sogenannte „Deep Front Line“, eine Faszienlinie, die von Forschern beschrieben wurde. Sie beginnt im Kiefer- und Halsbereich, zieht weiter über das Zwerchfell und die Wirbelsäule bis hinunter ins Becken und zu den Hüften. Man kann sie sich wie eine Art Autobahn vorstellen, über die muskuläre Spannungen oder Fehlhaltungen vom Kiefer direkt bis in die Hüfte weitergeleitet werden.
Das erklärt, warum eine Blockade oder Überlastung im Kiefer nicht isoliert bleibt, sondern in entfernten Körperregionen spürbar werden kann. Faszien reagieren zudem stark auf Stress und emotionale Anspannung. Wer also im Alltag „verbissen“ durchs Leben geht, spannt nicht nur den Kiefer an – sondern beeinflusst über die Faszien das gesamte Körpersystem.
Eine kleine Anekdote dazu: Ein Kollege erzählte mir von einem Patienten, der nach einer Zahnbehandlung plötzlich viel lockerer gehen konnte. Zufall? Nach allem, was wir heute wissen, eher nicht.
Faszien verbinden den ganzen Körper wie ein Netzwerk. Verspannungen im Kiefer können sich über die „Deep Front Line“ bis in Nacken, Rücken und Hüfte fortsetzen – gezielte Massage und Therapie lösen diese Spannungen und bringen den Körper wieder ins Gleichgewicht.
Stress – der stille Verstärker
Aber da ist noch ein weiterer Mitspieler: der Stress. Wer kennt es nicht – die Präsentation steht an, der Chef nervt, die Kinder quengeln. Und schwupps, beißen wir die Zähne zusammen.
Das Problem: Unser Nervensystem ist komplex vernetzt. Der Trigeminusnerv steuert den Kiefer, der Vagusnerv verbindet Kopf und Rumpf. Beide arbeiten eng zusammen – und wenn einer gestört ist, leidet der andere mit.
Ich habe erst den Zusammenhang erkannt, als ich im Homeoffice war. Weniger Stress, weniger Zähneknirschen – und plötzlich wurden auch meine Hüftschmerzen besser. Das hätte ich nie gedacht!
-Markus, 38, IT-Spezialist
Deshalb berichten viele Betroffene: Je höher der Stress, desto stärker die Schmerzen. Manche leiden gleichzeitig an Rückenschmerzen, Hüftproblemen, Blasenbeschwerden oder sogar Verdauungsstörungen.
Machen Sie den ersten Schritt zu mehr Lebensqualität
Klicken Sie jetztWas können Sie tun? Konkrete Schritte zur Besserung
Die gute Nachricht: Sie sind dem nicht hilflos ausgeliefert! Hier sind konkrete Schritte, die helfen können:
Der erste Schritt: Bewusstsein schaffen
Machen Sie den Selbsttest: Wie oft am Tag sind Ihre Zähne zusammengepresst? Idealerweise berühren sich Ober- und Unterkiefer nur beim Kauen und Schlucken. Sonst sollte zwischen den Zähnen ein kleiner Spalt sein.
Professionelle Diagnose
Ein CMD-Spezialist kann feststellen, ob Ihr Kiefergelenk im Gleichgewicht ist. Dafür ist eine manuelle Funktionsdiagnostik und/oder eine instrumentelle Analyse nötig.
Gezielte Übungen
Physiotherapie für Kiefer, Nacken und Becken kann die Spannung im ganzen System lösen. Auch Yoga, Meditation oder einfache Atemübungen können verkrampfte Muskeln entspannen.
Alltägliche Entspannung
Kleben Sie kleine Post Its an strategische Orte: "Kiefer locker!" Es klingt banal, funktioniert aber erstaunlich gut.
Gezielte “Anker” in Form von einem PostIt an strategischen Orten wie Kühlschrank, Spiegel, Wohnungstüre etc. helfen Wunder
Eine wichtige Einschränkung
Nicht jeder Hüftschmerz kommt vom Kiefer – das wäre zu einfach gedacht. Arthrose, Entzündungen oder Verletzungen sind weiterhin häufige Ursachen. Aber wenn Sie schon alles andere ausgeschlossen haben und die Schmerzen bleiben rätselhaft, lohnt sich der Blick nach oben.
Eine letzte Geschichte: Eine Patientin kam zu mir und sagte: "Ich habe 20 Jahre gedacht, ich hätte schlechte Gene für Hüftprobleme. Dabei hatte ich eine CMD" Manchmal sind die einfachsten Lösungen die besten.
Fazit: Der Körper denkt ganzheitlich
CMD und Hüftschmerzen – auf den ersten Blick scheinen sie nichts miteinander zu tun zu haben. Doch die Forschung zeigt uns: Der menschliche Körper ist ein faszinierendes Netzwerk, in dem alles miteinander verbunden ist.
Wenn Sie seit Monaten oder Jahren unter rätselhaften Hüftschmerzen leiden, geben Sie nicht auf. Die Lösung könnte näher sein, als Sie denken – nämlich in Ihrem Kiefer.
Also, mal ehrlich: Haben Sie schon mal darauf geachtet, ob Ihre Hüftschmerzen schlimmer werden, wenn Sie gestresst sind? Oder nach einer schlechten Nacht, in der Sie viel geknirscht haben? Falls ja, dann haben Sie möglicherweise gerade den Schlüssel zu Ihrem Problem gefunden.
Die Reise zur Schmerzfreiheit beginnt manchmal an den überraschendsten Orten.
Eine meiner Patienten betont: „Erst als ich auch meine innere Einstellung geändert habe – weg von Wut und Hilflosigkeit hin zu Zuversicht – verschwanden meine Schmerzen.“ Die innere Einstellung macht sehr oft den entscheidenden Unterschied.
Lesen Sie weiter im Artikel: Kann CMD geheilt werden?
Über die Autorin
Dr. Silke Raitarowsky ist Zahnärztin mit eigener Praxis in Bad Homburg und spezialisiert auf die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD). Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie belastend CMD sein kann – denn sie war selbst jahrelang betroffen.
Nach unzähligen Fortbildungen und intensiver Auseinandersetzung mit Fachliteratur gelang ihr der Durchbruch: Sie konnte ihre Beschwerden dauerhaft lindern – ganz ohne Schiene. Heute hilft sie anderen Betroffenen, ihre CMD zu verstehen, gezielt zu behandeln und wieder neue Lebensqualität zu gewinnen.
Dr. Raitarowsky hat ein eigenes, leitlinienkonformes Behandlungskonzept entwickelt, das fundiertes Fachwissen mit einer verständlichen, alltagstauglichen Anleitung kombiniert. In ihrer Praxis behandelt sie regelmäßig auch schwere Fälle – Menschen, die durch CMD arbeitsunfähig wurden, ihre Partnerschaft nicht mehr leben konnten oder sich völlig zurückgezogen hatten.
Sie ist außerdem Autorin des Buches „CMD verstehen und meistern“ sowie Entwicklerin des Online-Masterkurses „CMD heilen“, der Betroffene Schritt für Schritt durch ein ganzheitliches Selbstbehandlungsprogramm führt. Beide Angebote basieren auf ihrer langjährigen Erfahrung und vermitteln kompaktes Wissen in praxisnaher Form.
CMD und Hüftschmerzen – das sollten Sie wissen
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CMD steht für Craniomandibuläre Dysfunktion – eine Funktionsstörung im Zusammenspiel von Kiefer, Kaumuskulatur und Kiefergelenken.
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Über Faszienketten wie die „Deep Front Line“ ist der Kiefer mit Hals, Becken und Hüfte verbunden. Probleme im Kiefer können dadurch bis in die Hüfte wirken.
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Typische Begleiterscheinungen sind Kopf- und Nackenschmerzen, Rückenschmerzen, Schwindel, Tinnitus und Verspannungen.
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Wenn Hüftbeschwerden trotz orthopädischer Behandlungen bestehen bleiben oder gleichzeitig Kiefersymptome auftreten, kann CMD die Ursache sein.
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Faszien verbinden Muskeln, Knochen und Gelenke. Bei CMD kann die Spannung in den Faszienketten zu Fehlhaltungen führen, die auch die Hüfte belasten.
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Eine interdisziplinäre Therapie ist sinnvoll: Dazu gehören Aufbissschienen, Physiotherapie, Osteopathie, Stressbewältigung und gezielte Übungen.
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Achtsamkeit auf die eigene Haltung, Entspannungsübungen, Stressreduktion und regelmäßige Bewegung können die Beschwerden verbessern.
Erinnern Sie sich an das Gefühl, wenn Ihr Nacken nach einer Massage ganz locker ist?
Genau so können Sie morgens aufwachen – ohne Spannung im Kiefer, ausgeschlafen und voller Tatendrang. Ich schenke Ihnen dazu meine besten Tipps, kompakt zusammengefasst in einem kostenlosen PDF.